Du hast es sicher schon gehört, am 01.01.2016 muss in Österreich wegen dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) alles barrierefrei sein!

Betrifft das auch meine Firmenwebseite?

In erster Linie betrifft das nur Gebäude, denn das Gesetz ist schon seit 2006 in Kraft und deine Webseite muss eigentlich schon Barrierefreiheit vorweisen!

Und woher soll ich wissen, ob meine Seite jetzt barrierefrei ist?

Gute Frage. Darüber konnte mir die WKO und die ÖZIV keine klare Antwort geben. Es heißt, die Webseite muss zumindest mit einem Screenreader lesbar sein. Das bedeutet, wenn ihr ein Menü habt, verlinkte Texte und beschriftete Bilder, ist schon mal viel getan. Es gibt die Web Accessibility Initiative (WAI). Diese beschreibt in mehreren Ebenen die Anforderungen an die technische Umsetzung. Das hilft aber nur Entwicklern etwas.

Was heißt „beschriftete Bilder“? 

Bilder werden auf einer Webseite mit einem entsprechenden Schlüsselwort, dem Image Tag, eingebunden. Dieser Tag hat ein paar Optionen, wie den Ablageort des Bildes, den Titel des Bildes und eben die alternative Beschriftung, die dem Screenreader dazu dient, das Bild zu beschreiben.

Und mehr ist nicht zu tun?

Mehr oder minder – nein. Die Navigation auf der Seite muss ohne Maus möglich sein. Das funktioniert eben durch Links. Dabei muss man darauf achten, dass es einen Link gibt, der es dem Besucher ermöglicht, Standardinhalte wie Logo und Menü zu überspringen, damit man nicht auf jeder Seite von vorne durch jeden Link im Menü springen muss.

Was gar nicht geht sind Flashinhalte. Diese sind aber zum Glück fast gänzlich verschwunden, weil Apple diese Inhalte nicht darstellen kann.

Weiters sollte man auf den Kontrast achten. Auch wenn kein Screenreader nötig ist, so sind manche Menschen in einer Weise Farbenblind, bei der sich ein Button nicht vom Hintergrund abhebt, obwohl es eine ganz andere Farbe hat. Das lässt sich relativ leicht überprüfen, wenn man die Webseite in Graustufen ausdruckt und darauf noch alles erkennen kann.

Und wenn ich nichts tue?

Dann verlierst du in erster Linie potentielle Kunden. Eine Anzeige kann nur erfolgen, wenn durch eine außergerichtliche Schlichtungsstelle keine Einigung zwischen Kläger und dir erzielt werden kann. Das heißt, wenn deine Seite nicht barrierefrei ist und jemand fühlt sich dadurch diskriminiert, wirst du zuerst versuchen die Störfaktoren auf der Seite beheben zu lassen. Also ob du das sofort machst oder im Anlassfall, ist deine Sache.

Und was hat das ganze mit meinem Ranking zu tun?

Ganz einfach. Google hat keine Augen und der Suchmaschine ist es auch prinzipiell egal ob du Gelb auf Violett schreibst. Einiges versteht Google aber schon. Verlinkungen und HTML Strukturen. Google weiß sofort, was der eigentliche Inhalt ist und wie dieser verknüpft ist. Google liest deine Seite wie jemand mit einem Screenreader. Je besser der Seitenaufbau und die Verlinkungen innerhalb der Webseite sind, je eher versteht Google die Zusammenhänge und Abschnitte auf deiner Seite.

Aus dem WAI kommt auch die Spezifikation von Accessible Rich Internet Applications (ARIA). Das sind eigene HTML Codes, die im ganzen Theme deiner Seite verteilt sind. Bei den meisten WordPress Themes ist das bereits umgesetzt und hilft sowohl Google als auch den Screenreadern dabei, den Content zu strukturieren.

 

 Ist deine Seite für Google optimiert, ist sie wahrscheinlich auch barrierefrei. Es gibt kleine Stolpersteine, aber diese kann man auch im Nachhinein ausbügeln. In erster Instanz kann es zu keiner Anzeige kommen, also brauchst du auch keine Sorgen haben.

 

 

Wenn du noch weitere Fragen hast, ruf mich einfach an, schreibe ein Mail oder hinterlasse ein Kommentar. Ich melde mich umgehend bei dir.

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